Center for Ethics and Philosophy in Practice
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Nachgefragt – Ethic Talks at LMU

A3_ZEPP_Nachgefragt_WiSe2526_printWe interview – you ask: we, the Center for Ethics and Philosophy in Practice, want to discuss current ethical questions with you. The talks are in German.

The videos of the past lectures can be found in the video archive.

Time: 19:30-21:00, s.t.

Location: Room M 210 (room finder), Geschwister-Scholl-Platz 1
and online via Zoom (hybrid)

Registration: https://eveeno.com/nachgefragt

Program of the summer semester 2026

DateSpeakerTopic
28. April 2026 
 

Kristina Leopold (HU Berlin) Ist das rassistisch? Zur Frage, wer eigentlich was wissen kann
19. Mai 2026  Nils Baratella (Hochschule Düsseldorf) Warum dem Kämpfen zusehen. Sozialphilosophische Beobachtungen zum Kampfsport
14. Juli 2026 Manon Westphal (TU München) Demokratische Innovationen: Neue Formen der Partizipation

 

19. Mai 2026 - Warum dem Kämpfen zusehen. Sozialphilosophische Beobachtungen zum Kampfsport

bratella_nilsDonald Trump plant, seinen 80. Geburtstag mit einem MMA-Event vor dem Weißen Haus zu begehen. Damit besteigt der Kampfsport erneut die politische Bühne. Dies ist nicht neu. Im Gegenteil: Kampfsport diente schon seit der Antike als Projektionsfläche für konflikthafte Zeiten und Weltbilder in zweierlei Hinsichten: Einerseits geht es hier um nichts als den körperlichen Kampf. Andererseits findet dieser Kampf aber nach Regeln statt, die auf anerkannten Werten und Normen beruhen. Die Kontrahenten treten einander gegenüber und erkennen sich als Gegner an. Im Vortrag soll diesen Ambivalenzen des Kampfsports als Praxis und als Symbol nachgegangen werden. Aus einer sozialphilosophischen Perspektive wird Kampfsport sowohl als Technik der Selbstbehauptung angesehen als auch als Vehikel sozialer Werte, Identitätsbildung und ethischer Reflexion. Fungiert Kampfsport als moderierte Form der Aggression, die Konflikte sozial reguliert, als Spiegel sozialer Konflikte und Machtstrukturen oder kehren in ihm manichäische Weltbilder, soldatische Männlichkeitsideale und die Normalisierung von Aggression zurück?
Nils Baratella ist Professor für Sozialphilosophie und Sozialethik an der Hochschule Düsseldorf und beschäftigt sich mit politischer Philosophie, Gerechtigkeitstheorien und den kulturellen Ausdrucksformen von Subjektivität, insbesondere im Sport.

Organisation: Paulus Kaufmann, Hannes Kuch